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Bei den Berufswahltagen handelt
es sich um eine deutlich über den normalen Lehrplan hinausgehende Maßnahme zur
vertieften beruflichen Orientierung Jugendlicher im Alter zwischen 15 und 17
Jahren.
Das Projekt ist mit einer Vor-
und Nachbereitungsphase konzeptionell in einen umfangreichen Maßnahmenkatalog
zur positiven Bewältigung des Übergangs von der Schule ins Berufsleben seitens
der Schule eingebunden. Die Arbeitsergebnisse werden im Anschluss im Rahmen
einer kontinuierlich weitergeführten Beratungsarbeit im Bereich der
Berufsvorbereitung genutzt. Diese findet in Anbindung an die Schule nach dem
Unterricht im Nachmittagsbereich statt und wird durch die Schulsozialarbeit
koordiniert, was eine effektive Verknüpfung inner- und außerschulischer Hilfs-
und Beratungsangebote ermöglicht.
Ziel ist die spätere
Vermittlung möglichst vieler Jugendlicher in eine betriebliche Ausbildung bzw.
die Erarbeitung eines Plans zum Besuch einer weiterführenden schulischen oder
überbetrieblichen Maßnahme, sofern diese für die angestrebte Berufsausbildung
erforderlich ist. Der Schwerpunkt wird hierbei auf die Entdeckung und positive
Förderung individueller Stärken gelegt, die im regulären Schulalltag nicht in
ausreichendem Maß aufgedeckt werden können.
Zu diesem Zweck wird mit den
Schülerinnen und Schüler in diesem Jahr zunächst eine Überprüfung ihrer
individuellen Fähigkeiten anhand von praktischen Arbeitsaufträgen in fünf
Praxisfeldern durchgeführt:
-
Kaufmännischer
Bereich / Einzelhandel
-
Handwerklich-technischer Bereich / Konstruktion
-
Handwerklich-technischer Bereich / Elektronik
-
Bereich
Friseurhandwerk / Kosmetik
-
Sozialpflegerischer Bereich
In Form eines Rotationsprinzips
durchlaufen die Jugendlichen alle fünf Praxisstationen aus den oben genannten
Bereichen. Durch die Aufgabe sich an allen sechs Stationen in berufstypischen
Übungen einmal selbst zu versuchen, haben die Mädchen und Jungen
gleichberechtigt die Chance, den sonst so oft festgelegten Rollenklischees zu
entkommen. Überprüft werden folgende Fähigkeiten:
-
Zeichnungen,
Pläne und Arbeitsaufträge verstehen
-
räumliches
Vorstellungsvermögen praktisch umsetzen
-
feinmotorisch
zu arbeiten und Werkzeug gezielt einsetzen
-
Kundenfreundlichkeit und umsichtiger Körperkontakt
-
fachgerechtes
Umsetzen von Arbeitsanweisungen
-
Kontaktfähigkeit und Eigeninitiative im Rollenspiel
-
Sensitivität
und Empathie im Rollenspiel
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Teamfähigkeit
und soziales Bewusstsein
-
Kommunikations- und Planungsfähigkeit
-
sauberes und
genaues Arbeiten
-
Arbeitsergebnisse der Gruppe präsentieren
Im Anschluss an die
Durchführung der Arbeitsaufträge findet eine Auswertungsphase innerhalb der
Kleingruppen statt. Hierzu werden die Selbstbewertungsbögen der Teilnehmer mit
den Beobachtungen der Anleiter und der außerschulischen Fachleute verglichen.
Ziel ist es, den Schülerinnen und Schülern so eine realistische Einschätzung
ihrer Fähigkeiten zu ermöglichen. Wichtig ist hierbei auch die Rückmeldung der
Jugendlichen untereinander. Durch eine auf die individuellen Stärken gerichtete
Moderation durch Berater aus der beruflichen Praxis sowie den
sozialpädagogischen Fachkräften wird eine zielführende Orientierung im Bezug auf
die berufliche Zukunft ermöglicht.
Abgerundet wird das dreitägige
Projekt durch die Erarbeitung individueller Begründungen für die
Berufsentscheidung sowie die Planung konkreter weiterführender Schritte im Bezug
auf die individuelle Berufswegplanung jedes Teilnehmers. Im Anschluss an die
Maßnahme werden die erarbeiteten in der Schule schriftlich fixiert und dem seit
Klasse 7 angelegten Berufswahlordner hinzugefügt.
Besonders die
Arbeitsatmosphäre an einem außerschulischen Tagungsort, das Arbeiten über das
sonst übliche Zeitmaß hinaus sowie das gemeinsame Verbringen der Freizeit nach
„Feierabend“, tragen in entscheidender Weise zur Vertrauensbildung zwischen
allen Beteiligten bei und sorgen so für eine positive Stimmung zwischen den
Jugendlichen und ihren außer- sowie innerschulischen Beratern. Die Basis für ein
niedrigschwelliges Beratungsangebot wird so geschaffen und die Motivation zur
weiteren Beschäftigung mit der aktiven Ausbildungsplatzsuche deutlich
gesteigert.
Möglich ist die Durchführung
des Projektes nur durch die Mitarbeit vieler Beteiligter aus Schule,
Berufsberatung, Jugendberufshilfe und Anleitern aus der beruflichen Praxis. Alle
Beteiligten arbeiten hierbei deutlich über den Rahmen ihres sonstigen
Einsatzbereichs hinaus und interdisziplinär zusammen. Ohne die Einbindung von
Honorarkräften wäre dieses Projekt nicht realisierbar.
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